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Einfach anfangenen:

 

Treffe die Entscheidung zum Iaido und/oder Jodo Training, oder beides. Es gibt nicht gutes, außer man tut es. Trau dich! Fang einfach an. Komm zum Probetraining und schau zu oder am Besten ist, mach gleich mit. Keine Angst, es tut nicht weh.

 

 

Lernen durch Bewegung:

 

Ein Bokken (Holzschwert) oder Jo (Stock) wird in einer Kata (einem vorgegebenen Bewegungsablauf) eingesetzt. Was sich einfach anhört kann sich in der dazugehörigen Übung recht "anspruchsvoll" gestalten. "Warum tut mein Körper nicht das was ich denke, was er tun soll"?

 

Am Anfang des Trainings steht immer ein "warm up", ein Aufwärmtraining um Verletzungen zu vermeiden. Durch vorgegebene Bewegungsabläufe lernen wir wie man ein Schwert richtig hält und es in korrekten Schnittbewegungen führt. Analog gilt dies für den Jo. Hierbei gilt es die Bewegungen so auszuführen, dass wir beispielsweise beim korrekten Schnitt nicht die Balance verlieren.

 

Iaido:

 

Iaido ist eigentlich ganz simpel:  Ziehen des Schwertes (nuki tsuke)   Schneiden (kiri tsuke)   Schwertblatt reinigen (shiburi) und in die Saya (Schwertscheide) wegstecken (noto). Hierzu gibt es verschiedene Formen (Kata) deren korrekte Ausführung Ziel unseres Handelns ist, und fleißiges Training erfordert.

 

Iaido wird großteils alleine trainiert. Der Iaidoka ist mit sich in einer Eigenübung beschäftigt, also ohne Partner. Demzufolge trägt er auch keine Rüstung, wie beispielsweise beim Kendo-Wettkampf. Es wird eigentlich nur passende Kleidung und ein Schwert benötigt. Ein Iaidoka erlernt: "Konzentration, Ballance, Kraft und Präzission". Die Perfektion der Form entwickelt er selbst, über sein Training. Dies tut er eigenverantwortlich und selbsständig. Sein Lehrer motiviert, unterstützt und hilft ihm hierbei.

 

Das tiefere Verstehen der Kata stellt sich mit zunehmender Erfahrung ein.

 

Erfahrung ist: "Lernen und Wissen durch eigenes Tun"!

 

Durch stetiges tun wird man besser. Hier unterscheidet sich Sport und Kunst. Wenn man so will Kraft und Geschicklichkeit. Während man im Sport mit zunehmendem Alter an Leistungsfähigkeit abnimmt, wird man im Iaido durch Erfahrung besser.

 

Iaido wird daher nicht als Kampfsport bezeichnet, sondern als Kampfkunst.

 

Iaido schult Körper, Geist und Einstellung.

 

Wir entwickeln also Körper und Geist. Gutes Iaido/Jodo ist ganzheitlich und bleibt nicht auf der Oberfläche. Wir entwickeln "inneres Iaido" - unabhängig vom Schnittwinkel und der Hüftstellung - zur effizienten Schwertführung. Schnelles ziehen als solches ist demzufolge nicht genung. Rechtzeitig ziehen und korrekt der Situation angemeßen Schneiden.

 

Die stetige Ausbildung und Entwicklung der eigenen Person ist eine der Grundvoraussetzungen für den Erfolg im Iaido & Jodo; nicht die Graduierung und die Urkunde an der Wand.

 

Jodo:

 

Der Unterschied zum Iaido ist nicht nur die Benutzung des Jo,s, anstelle des Schwertes, sonder auch, daß Jodo mit Partner trainiert wird. In Kataform wird der Jo und das Schwert zum Einsatz gebracht. Oft werde ich gefragt: "Was ist Jodo"? Ich antworte dann immer: "Jodo ist Stock gegen Schwert, Stock gewinnt immer"!

 

Der Jō ist ca. 30 cm länger als ein Katana, aber deutlich leichter und kürzer und damit wendiger als ein Bō.

 

Er wird ebenfalls beidhändig geführt; dabei können die Hände umgreifen, den Jō
wenden, oder ihn vor und zurück gleiten lassen.

 

Der Jō wird je nach dem Ziel des Stoßes oder Schlages unterschiedlich geführt:

  • Zur Verhinderung eine Schwertschlages wird der Jō quer auf oder unter den Schwertgriff oder die Handgelenke des Angreifers geführt und drückt sie nach unten beziehungsweise oben. Arbeitspunkt ist die Länge des Jō.
  • Zur Abwehr des Schwertes wird der Jō in einer diagonalen Kurve geschlagen, die tangential mit dem Schwertschlag zusammentrifft und das Schwert damit seitlich
    ablenkt. Arbeitspunkt ist das vordere Viertel des Jō.
  • Zum Angriff auf den Gegner wird der Jō in einer Kurve zur Schläfe geschlagen oder zum Solarplexus beziehungsweise zu den Augen hin gestoßen. Arbeitspunkt ist die vordere Kante des Jō.

 

Jōdō wird im Dōjō geübt. Optimal ist ein glatter Holzfußboden. Die traditionelle
Trainingsuniform besteht aus einer dunkelblauen Kendō-Jacke und einem
dunkelblauen Hakama.

 

Wie für die Koryū-Schulen typisch, wird Jōdō in Form von Kata als Partnerübung
gelehrt: Der Lehrer übernimmt mit einem Bokken die Rolle des Angreifers (Uchidachi
= „schlagendes Schwert“), der Schüler (Shidachi = „ausführendes Schwert“) übt die Kata mit dem Jō. Später lernt der Schüler dann auch die Schwertseite zu übernehmen.